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    • 06APR
      2020

      Corona-Krise: Deutsche Exporte gehen zurück

      Handelshindernis Corona: Angesichts der weltweiten Pandemie und den damit einhergehenden Grenzschließungen zahlreicher Länder ist der freie Warenfluss innerhalb der EU bislang gesichert. Dennoch sind die Lieferketten zahlreicher Industriebranchen und die Arbeit vieler Mitarbeiter von rückläufigen Auftragszahlen oder Produktionsstopps betroffen. Dass dadurch auch die deutschen Exporte ins Ausland weniger werden, zeigt das Exportbarometer der BEO GmbH. Mit den steigenden Covid-19-Fallzahlen zeigt sich ein paralleler Rückgang der Ausfuhren von über 1200 branchenübergreifenden Kunden, die die BEO-Software ATLAS nutzen.

      Im Zuge der Corona-Krise sollen Waren und essenzielle Dienstleistungen auf dem europäischen Binnenmarkt laut Europäischer Kommission weiterhin frei fließen – trotz strenger Kontrollen der grenzüberschreitenden Verkehrsverbindungen an den EU-Binnengrenzen. Durch die Maßnahmen wie Kurzarbeit und Produktionsstopps in fertigenden Betrieben sind ganze Lieferketten weltweit nachhaltig gestört. Das gilt vor allem für die wichtigen Absatzmärkte deutscher Unternehmen wie China und europäische Nachbarländer, wo die Wirtschaft teilweise zum Stillstand gekommen ist.

      Exportvolumen sinkt seit zwei Wochen

      Auswirkungen zeigen sich ebenfalls bei dem Exportvolumen. Der Export-Experte BEO aus Endingen am Kaiserstuhl bietet Lösungen für die Bereiche Exportabwicklung und Zollabfertigung an. Über dessen Softwarelösung ATLAS-Ausfuhr zur elektronischen Datenübermittlung an die zuständigen Zollbehörden werden jährlich mehr als 700.000 Ausfuhranmeldungen abgewickelt. Auch hier zeigt sich ein Rückgang, den BEO nun wöchentlich in seinem neu entwickelten Exportbarometer dokumentiert. Von der ersten Kalenderwoche 2020 bis zum heutigen Tag wird das Exportvolumen der ATLAS-Kunden mit dem gleichen Zeitraum im Jahr 2019 verglichen und in Relation zu den ansteigenden Covid-19-Infektionen gesetzt. Hier zeigt sich, dass die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr noch bis zur elften Kalenderwoche durchschnittlich auf einem ähnlichen Niveau von rund 12.000 Anmeldungen lagen. Seitdem die Fallzahlen wöchentlich einen großen Zuwachs zeigen und die Maßnahmen im In- und Ausland gegen die Ausbreitung des Coronavirus deutlich verschärft wurden, ist eine Verringerung um rund 2000 Exporte eingetreten. Das vorläufige Fazit von Clemens Sexauer, Geschäftsführer bei BEO: „In den vergangenen drei Wochen haben wir einen Rückgang der Ausfuhren bei unseren Kunden um etwa 16 Prozent festgestellt – ein Trend, der sich in den kommenden Wochen sicherlich fortsetzen wird.“

      Das BEO-Exportbarometer wird wöchentlich auf www.beo-software.de/customs aktualisiert. Die Covid-19-Fallzahlen basieren auf den offiziellen Angaben des Robert-Koch-Instituts und bilden den Stand montags in der jeweiligen Kalenderwoche ab.